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Das Zeitalter der Quantität und die Zeichen der Zeit

Zitate aus René Guénon's Hauptwerk

RQST p.9 o


“Zu den charakteristischen Zügen der modernen Mentalität gehört ...(als zentraler Punkt unserer Studie) die Tendenz - die so deutlich ist bei den „wissenschaftlichen“ Auffassungen der letzten Jahrhunderte - alles auf eine bloß quantitative Anschauungsweise zu reduzieren.”

•   [Dies ist] “eine Tendenz, die übrigens fast genauso deutlich in anderen Bereichen zu verzeichnen ist, insbesondere in der sozialen Ordung, so sehr daß ... man beinahe unser Zeitalter wesentlich und zu aller erst als „das Zeitalter der Quantität“ definieren könnte.”

•   Wenn wir als also diesen Charakterzug vor (allen) anderen auswählen, dann geschieht dies nicht allein und nicht hauptsächlich (deshalb), weil er am sichtbarsten und am wenigsten zu bestreiten ist, sondern weil er uns als wirklich grundlegend erscheint; denn diese Reduzierung auf das Quantitative entspricht genau den Bedingungen des jetzigen Zyklus der Menschheit, den des modernen Zeitalters.

•   [Dies deshalb weil] die Tendenz um die es hier geht, definitivt jene ist, die logischerweise zum nämlichen Begriff des „Niedergangs“ führt, (ein Niedergang) der mit immer grösserer Geschwindigkeit vonstatten geht, vom Anfang einer ganzen Zeitspanne der Menschheitsgeschichte wie der unsrigen bis zu ihrem Ende.

•   Dieser „Niedergang“ ist eigentlich nichts anderes ..., als das allmähliche Entfernen des Prinzips, das notwendigerweise jedem Geschehnis der Manifestation inne ist; in unserer Welt und aufgrund der besonderen Lebensbedingungen, welcher sie unterworfen ist, [wo] der niedrigste Punkt den Aspekt der reinen Quantität innehat, bar jeglicher qualitativen Unterscheidung.

( •   Es versteht sich von selbst, daß dies eigentlich nur eine Grenze ist, und deswegen können wir tatsächlich bloß von „Tendenz“ sprechen, denn im selbigen Verlauf des Zyklus, kann die Grenze nie (ganz) erreicht werden, sie ist auf eine Art und Weise ausserhalb oder unterhalb jeglicher realisierter oder realisierbarer Existenz.)

... Nun ist es ja so, daß - aufgrund der Gesetzmässigkeit des Analogieschlusses - der niedrigste Punkt (wie) eine obskure Widerspiegelung ... des höchsten Punktes ist, woraus folgt ... daß die totale Abwesenheit eines jeglichen Prinzips eine Art Nachahmung oder Verfälschung des eigentlichen Prinzips bedeutet.
Wozu einige den „theologischen“ Ausdruck der ‚Satan ist das Zeichen Gottes‘ gebraucht haben.
p.10

...
•  Wenn unsere Zeitgenossen in ihrer Gesamtheit sähen, was sie treibt und wohin sie eigentlich (wirklich) streben (tendieren), würde die moderne Welt sogleich aufhören als solche zu existieren, denn die „Wiederherstellung“ (redressement), die wir oft angedeutet haben, würde durch sie selbst vorgenommen werden.

•   Aber ... [jetzt] können diese [Ausführungen] von der Allgemeinheit nicht verstanden werden, sondern nur von einer kleine Zahl jener, die dafür bestimmt worden sind sich vorzubereiten, ... als Keime des künftigen Zyklus. ...
Gerade im „Zeitalter der Quantität“ wird so getan, als ziehe man die Meinung der Mehrheit in Betracht.

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•   Und so lassen diese angeblichen Wissenschaften alles was in ihnen wirklich wesentlich ist, verloren gehen oder eliminieren es sogar absichtlich und erweisen sich so definitiv unfähig eine wirkliche Erklärung irgend einer Art zu liefern.

p.22 ------ Ch II
Materie - Substanz

•   Was man heutzutage unter Materie versteht, ist nicht das was man in der Antike darunter verstand, zB bei Aristoteles, oder in anderen Worten,
die komplexe und zT widersprüchliche Bedeutung (von Materie) bei den Modernen “müßte den Alten des Okzidents ebenso fremdartig erschienen, wie das bei den Orientalen *1 der Fall ist.
Als beste Benennung haben wir nur den Begriff ‚Substanz‘.”

•   Das was Aristoteles mit materia bezeichnet, “in der Eigenschaft des universellen Prinzips, ist die reine Macht (oder Kraft) wo es weder etwas zu unterscheiden gibt, noch zu ‚aktualisieren‘, und welche die passive Grundlage [lieu téophanique] jeglicher Manifestation ausmacht.”

Was die Substanz betrifft, wenn man sie im relativen Sinn nimmt, ...

p.23
Es gibt also zwei Bedeutungen des Wortes Materie, so wie es auch die Scholastiker nach Aristoteles verstanden haben, materia prima und materia secunda, wobei materia prima die universelle Substanz ist und die materia secunda die Substanz in einem sekundären Sinn...

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Forts. folgt, insh A

 

 

 

 

1 Man sollte bedenken, daß RG dies ca. 1930 schrieb, als der Orientale noch originell war.


 

 

 

Zit

RQTS

 

....

vs.1.0

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2004-08-02
Last upd: Sun, Jun 18, 2006
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